Die Bohnengeschichte

Keiner kennt sie so genau, die Frau, die allein in einem kleinen Haus am Dorfrand lebt. TĂ€glich geht sie zur Arbeit wie auch die anderen Menschen um sie und tĂ€glich kommt sie abends zurĂŒck, schließt die GartentĂŒre auf und verschwindet imHaus.
Im Sommer sieht man sie manchmal noch im Garten zwischen den Blumen sitzen und im Winter ist es schon dunkel, wenn sie heimkehrt.
Eines fĂ€llt allen auf, die sich so an sie gewöhnt haben, aber sie kaum kennen - die Frau scheint immer einen Hauch von einem LĂ€cheln im Gesicht zu tragen. Irgendetwas macht sie glĂŒcklich, sie, die da tagein tagaus allein in ihrem HĂ€uschen lebt.
Und das ist ihre Geschichte: jeden Tag frĂŒhmorgens, bevor sie zur Arbeit geht, lĂ€sst die Frau eine handvoll Bohnen in ihre rechte SchĂŒrzentasche gleiten und wĂ€hrend die Stunden des Tages verstreichen, wandert bei jedem kleinen WUNDERvollen Erlebnis - wenn Augen sich verstĂ€ndnisvoll treffen, wenn ein LĂ€cheln weitergegeben wird, wenn HĂ€nde sich öffnen, wenn... - eine Bohne von der rechten in die linke SchĂŒrzentasche.
Abends wenn die Frau in ihrer Stube am großen Tisch sitzt, holt sie alle Bohnen aus der linken SchĂŒrzentasche hervor und legt sie auf den Tisch vor sich. Und bei jeder Bohne, die sie in der Hand hĂ€lt, erinnert sie sich an das kleine Wunder des Tages, das sie miterlebt hat.
...und wenn es nur eine einzige Bohne ist, die sie abends aus ihrer SchĂŒrzentasche auf den Tisch holt, dann hat sich der Tag gelohnt...!!!.